Unterwegs mit genau einer Kamera
Es klingt nach Dogma, ist aber Pragmatismus: Seit zwei Jahren nehme ich auf Reportagen nur noch eine Kamera und ein 35er mit. Kein Rucksack, keine Auswahl, keine Ausreden.
Der eigentliche Gewinn ist nicht das Gewicht. Es ist die Art, wie Menschen reagieren, wenn man nicht wie ein wandelndes Stativ aussieht. Eine kleine Kamera senkt die Schwelle — man wird vom Fotografen zum Gast.
Natürlich verpasse ich Bilder. Das lange Tele für den Moment auf der anderen Straßenseite, das Weitwinkel für den engen Raum. Aber die Bilder, die ich stattdessen bekomme, sind näher dran. Und Nähe ist in diesem Beruf die einzige Währung, die zählt.
Wer es ausprobieren will: einen Monat, eine Brennweite, keine Ausnahmen. Danach weiß man sehr genau, wie man selbst sieht.